Es ist schon seltsam. Da liest man Bücher über Schwangerschaft ohne derer Leid zu werden, frau ist schließlich hormonell bedingt völlig eingleisig ausgerichtet, und irgendwie stellt sich die Sicherheit der Kontrolle über Baby, Mutterschaft und Gebärmutter ein.

Will heißen, ich bin mir sicher, dass ich nicht vor einer Woche nach meinem errechneten Termin entbinden werde.
Das mag zwar bedeuten, dass meine Wasseransammlung biblische Maße annehmen und ich als wanderndes Meer verkannt werde, ich eventuell Selbstexperimente durchführe (kommt das Wasser raus wenn ich es anpikse???) und überhaupt die drei Stockwerke in die Freiheit als unüberwindbares Hindernis wahrnehme. Aber es bedeutet auch, dass ich mit stoischer Ruhe immer noch nicht meine Krankenhaustasche gepackt habe, die Wohnung nicht babybereit ist und überhaupt ich mich auch nach 9 Monaten nicht als werdende Mutter sehe. Ich genieße also meinen Mutterschaftsurlaub als Urlaub.

Und dann passiert das Unglaubliche: Die erste von unzähligen Mitschwangeren entbindet zu früh! Und sie ist nicht nur Mitschwangere, nein, Mitschwangere ersten Grades da mit selbigen Wochencount und allgemein tieferer Bedeutung des "mit" vor "schwangere". Da liegt der Wurm, zufrieden und muede, A. schon wieder ganz fit (zumindest sieht sie so aus) und ich schaue fasziniert und leicht panisch in die Krankenhauswiege. Vergesse gar zu fragen, wie der Kleine nun heisst. Beruhige meine Nerven damit, dass er eigentlich nur niedlich und ganz pflegeleicht wirkt. Kein Muks, einfach nur Normalität.

Ob ich das auch kann?