Ich kann's nicht glauben. Sie schlaeft, mitten am Tag und ich kann nicht nur meinen Computer einschalten, sondern sogar bloggen! Ich hoffe, das ist ein Durchbruch und kein Intermezzo. Da die Sonne scheint und ich gleich spazieren gehen moechte, bleibt auch dieser Eintrag kurz.
Heute gab's Babyleben pur. Um 11 Uhr Treffen mit Februar und Maerz Muettern im West End, von dort per Auto auf die Suedseite gejettet, um zum breast feeding drop-in in der Millbrae Antenatal Unit zu gehen. Babykonferenzen pur. Beim Treffen der NCT (National Childbirth Trust, ein Verein von Eltern, der in GB ziemlich einflussreich ist) namen wir ein Cafe voll unter Beschlag, mit ca. 15 Babies und Mammis. Sehr lustig. Endlich auch mal 2 Babies, die juenger als Cubling sind, komischerweise fuehle ich mich immer wie das 5. Rad am Wagen wenn alle Babies aelter sind, da irgendwie alle Bekannte, Freunde etc vor mir entbunden haben. Die 15 Tage des Uebertragens sitzen tief... Zum richtigen Quatschen kommt man bei solchen Massenveranstaltungen natuerlich nicht, hinzu kommt, dass es in Glasgow nur einen NCT Vertretung im Norden (sprich West End, das zwar auch im Nordteil Glasgows liegt, aber definitiv nicht Glasgow Nord ist, den der Norden Glasgow ist arm und NCT Mammis sind alles andere als arm) gibt, und ich die einzige Suedseitlerin war. Trotzdem, es war nett, und wenn es einen Tipp fuer zukuenftige Muetter von mir gibt - raus aus dem Haus! Dazu unten mehr.
Nicht ganz so ueberlaufen war es beim drop-in - dort treffen sich stillende Muetter zum socialising, und 2 Hebammen beraten, wo das noetig ist. Ich hatte ja schon fast aufgegeben - nicht im Sinne von "das Stillen aufgeben", eher, dass es eben bei mir nicht so richtig klappt, und ich wirklich alles versucht habe. 3 Buecher, unzaehlige Internetseiten und Foren, Hebammen und Stillberater, und ich war mir sicher, dass ich alles weiss und trotzdem nicht genug Milch produziere. Aber eins muss man dem NHS lassen, er stellt viele Wege der Advokation des Stillens bereit. Heute nachmittag habe ich daher weitere Hilfen bekommen, ein Verbessern der Positionierung beim Stillen (war mir sicher, dass ich es inzwischen perfekt kann, aber Pustekuchen) und ... Geduld. Stillen, bis Cubling selbst aufhoert. Das ist lang. Sehr lang. Aber notwendig, um mehr Milch zu produzieren. Was ich als "sie nuckelt nicht mehr und benutzt mich als Schnuller and I'm not having that" interpretierte, ist tatsaechlich noch aktives Stillen. Will heissen, dass ich ueber eine Stunde am Stueck pro Sitzung stillen werde. Zum Glueck tut das Stillen jetzt fast nicht mehr weh und ich finde Wege, mich einhaendig beim Stillen zu beschaeftigen. Computer ist noch etwas schwierig zu bedienen, aber lesen, telefonieren und Danksagungen schreiben sollte drin sein.
Und jetzt noch zum "Raus aus dem Haus", denn Cubling schlaeft immer noch: Am Anfang schien es ein unueberwindbarer Berg zu sein, alleine das Haus zu verlassen. Ich denke, das geht jedem so, und in den ersten Wochen sollte man es auch langsam angehen, insbesondere nach etwas schwererer Entbindung. Aber sobald man sich nicht mehr unten rum wie ein Wackelpudding anfuehlt ist das beste was man tun kann. Zu Hause schreit das Kind, man wird halb wahnsinnig, weiss nicht was tun, und das geht wohl jedem so. Die Unterwegstasche ist schnell gepackt, und so viel braucht man auch nicht - 2 Windeln, Babywipes, Creme, und einen Strampelanzug zum Wechseln fuer kleine (und grosse) Unfaelle, und los geht's. Zwar sind outings natuerlich sehr babyzentriert, aber man trifft andere Leute und hat zumindest das Gefuehl, nicht nur Milchkuh und Hausmama zu sein.
So lerne ich jetzt Kinderlieder bei bounce and rhyme, treffe NCT Muttis, such mir postnatale Yogaklassen und aehnliches, und verbringe recht viel Zeit in Cafes und Parks. Es gibt so viele Gruppen, dass mein Terminkalender voll ist. Zwar finde ich immer noch keine Zeit fuer Dinge, die ich normalerweise tun wuerde, aber dafuer habe ich das Gefuehl, nicht ausschliesslich Mutter zu sein, und dass Unterhaltung fuers Baby auch durchaus mit Unterhaltung fuer Mama kombinierbar ist.
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